Der französische Post-Impressionist Pierre Bonnard taucht immer wieder in meinen Recherchen bei NS-Raub- und Beutekunst auf. Dabei galt seine Malweise – wie die vieler anderer Künstler – als „entartet.“ Warum haben sich die nationalsozialistischen Kunsträuber für diese Werke interessiert?

Eine Besonderheit des Kulturgüterschutz im Zweiten Weltkrieg war die geheimdienstliche Unterstützung durch die Art Looting Investigation Unit (ALIU), deren Aufgabe das Sammeln und Auswerten von Informationen über den NS-Kunstraub war. Wesentliche Erkenntnisse konnten unter anderem über die Kunstsammlung von Hermann Göring durch diese Kunst-Ermittler erlangt werden, die noch heute in der Provenienzforschung relevant sind.