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Max Brings

Über den Sammler

Unterschrift Max BringsZu den jüdischen Sammlern der Stadt gehörte Max Brings, wohnhaft seit 1924 in der Villa Nerotal 1. Er war Eigentümer der Lyssia Werke, Wiesbaden und wurde – als polnischer Staatsangehöriger – während der NS-Zeit nach Polen deportiert. Nach dem Kriege kehrte er nach Wiesbaden zurück und ersuchte im Central Collecting Point um die Rückgabe geraubter Kunstwerke.

 

Gesammelte Werke

Eduard von Grützner "Die Likörprobe", Öl auf Leinwand, 87,5 x 80 cm
Eduard von Grützner „Die Likörprobe“, Öl auf Leinwand, 87,5 x 80 cm

Max Brings nannte eine umfangreiche Kunstsammlung sein eigen. Um eines der Werke aus seinem Besitz wird nach dem Kriege besonders erbittert gestritten. Es handelt sich um ein Werk von Eduard Grützner mit dem Titel Die Likörprobe, von dem heute leider nur noch eine Schwarz-Weiß-Abbildung überliefert ist . Nachdem das Werk während der NS-Zeit durch die Gestapo bei Max Brings konfisziert wurde (er selbst wurde nach Polen deportiert), gelangte es in den Besitz des berüchtigten Frankfurter Kunsthändlers Wilhelm Ettle. Er hatte sich dadurch „ausgezeichnet“, häufig Kunstwerke auf sogenannten Judenauktionen zu versteigern, Kunstwerke, deren Herkunft nicht einmal verschleiert wurde, war diese doch aufgrund der Kunstexpertise ihrer vormaligen Besitzer durchaus als Qualitätsmerkmal angesehen. Im Jahre 1941 wurde das besagte Grützner-Gemälde von Ettle an den Frankfurter Johannes Degen verkauft, bei dem man es auch nach dem Kriege wiederfand. Glücklicherweise hatte Max Brings die NS-Zeit überlebt und konnte nach Kriegsende auch selbst die Rückgabe der Kunstwerke beantragen. Johannes Degen jedoch sah sich selbst als rechtmäßiger Eigentümer des Grützners an, da er das Werk auf einer öffentlichen Auktion käuflich erworben habe. Inwieweit Degen die Herkunft des Kunstwerk aus einem konfiszierten Sammlungsbestand bekannt war – oder hätte bekannt sein müssen – , ist leider nicht bekannt. Schlussendlich konnten die amerikanischen Besatzungsbehörden eine Herausgabe bei Degen erwirken und Max Brings seinen Besitz zurückübereignen.

 

Literatur und Quellen

  • BA Koblenz B 323/362 „Rück- und Freigabe von Kunstwerken/Rückerstattungs- und Wiedergutmachungsverfahren“ -Einzelfälle Borscht – Burkhardt (1946-1956): darin Schriftwechsel zum Wiedergutmachungsantrag von Max Brings wegen des Grützner-Gemäldes
  • NARA Washington, M1947 Records Concerning the Central Collecting Points („Ardelia Hall Collection“):
    Wiesbaden Central Collecting Point, 1945-1952: darin Custody Receipt for Works of Art, Antiquities or Objects of Cultural Value vom 11.12.1948 von Max Brings betreffend des Grützner-Gemäldes

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