Zu den Motiven, die von  den Brücke-Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner gerne und wiederholt gemalt wurde, gehört das junge Mädchen „Marzella“. Eine Version davon befindet sich heute im Moderna Museet, Stockholm. Das Werk eines Künstlers, der in der NS-Zeit als „entartet“ galt, hat eine bewegte Geschichte.

Die Brandmarkung als „entartete Kunst“ bedeutete für die betroffenen Künstler, dass sie in der NS-Zeit verfemt waren. Ausstellungsverbot, öffentlicher Spott, die innere oder äußere Emigration waren die Folge. Vielen Künstlern hat aber genau dieser Stempel nach 1945 auch einen gewissen Vorteil in der Rezeption verschafft, da man sie  im Bestreben nach einer Rehabilitation gerne ausstellte. […]

Der aktuelle Fund der rund 1500 Kunstwerke im Hause des Cornelius Gurlitt zeigt, dass auch heute noch das Thema „Entartete Kunst“ von Bedeutung ist. Auch heute noch existieren eine große Menge von Kunstwerken, die ursprünglich einmal jüdischen Mitbürgern gehört hatten, die während der NS-Zeit ihren Besitzer gewechselt hatten.