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Neuerscheinung: Raub von Kulturgut

Ein weiteres Buch über den Kunstraub der Nationalsozialisten erschien gegen Jahresende als Kooperationsprojekt der staatlichen und städtischen Museen Münchens mit der Universität Erfurt (Lehrstuhl für Zeitgeschichte).

Der Autor fokussiert sich darin auf die Geschehnisse in München, einer Stadt, die wie kaum eine andere eine kulturelle Bedeutung für die Nationalsozialisten hatte (davon abgesehen, dass sie ohnehin als Kunstmetropole schon eine ganze Weile eine Rolle gespielt hatte). Hier startete die „Entartete Kunst“-Ausstellung, die danach in mehren Städten auf Tournee ging. Hier wurde die Gegenveranstaltung „Neue Deutsche Kunstausstellung“, die Ausstellung der gewünschten Kunst ins Leben gerufen. So nimmt es dann auch nicht wunder, dass die Beschlagnahme und auch die Verwertung dieser Enteigneten Kunstwerke gerade in dieser Stadt zum Geschäftsmodell wurde. Schleusener stellt zunächst die Hintergründe der Beschlagnahmen und ihre Durchführung vor, die er in vier Phasen einteilt. Dazu kommt eine Präsentation der wesentlichen Täter/Profiteure auf der einen Seite sowie der Opfer und ihre Sammlungen auf der anderen Seite.

Über das Buch
Buchcover: Raub von Kulturgut Der Zugriff des NS-Staats auf jüdischen Kunstbesitz in München und seine NachgeschichteKurz nach dem Novemberpogrom 1938 beschlagnahmte die Geheime Staatspolizei in etwa 70 jüdischen Haushalten in München und Umgebung rund 2200 Kulturgüter. Sie leitete damit eine der größten staatlichen Kunstraubaktionen im sogenannten Altreichsgebiet ein. Beteiligt waren Kunstsachverständige, Kunsthändler und Leiter von Museen (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Bayerisches Nationalmuseum, Städtische Galerie, Historisches Stadtmuseum), staatliche und städtische Einrichtungen sowie Institutionen der NSDAP. Die konfiszierten Kunstgegenstände gelangten an unterschiedlichste Orte; das Spektrum reichte von Galerien und Museen über das Münchner Oberfinanzpräsidium und die Gauleitung München-Oberbayern bis zur NSDAP-Parteikanzlei in München.
Dieses Buch dokumentiert nun erstmals, wie es zu der Aktion kam, welche Motive und Interessen dahinterstanden, wer davon profitierte und wie Beteiligte und Betroffene nach Kriegsende darüber sprachen – und schwiegen. Es stellt die Beschlagnahmeaktion umfassend vor und ordnet sie in ihrem historischen Umfeld ein.

Jan Schleusener: Raub von Kulturgut – Der Zugriff des NS-Staats auf jüdischen Kunstbesitz in München und seine Nachgeschichte

ISBN 978-3422073661
Deutscher Kunstverlag , 2016

Preis € 49,90

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